Monat: Oktober 2017

Belästigungen durch Trinkwasserchlorung unausweichlich?

Anfrage durch die FDP

Am 21. Oktober 2010 ließ die Mainova in einer Pressemitteilung wissen, dass das Trinkwasser, welches über die Fernwasserleitungen zur Versorgung der nördlichen und nordwestlichen Stadtteile beiträgt, ab sofort eine geringe Menge an Chlordioxid zum vorsorglichen Schutz vor Qualitätsbeeinträchtigungen enthalte. Die Maßnahme sei gesundheitlich unbedenklich und werde voraussichtlich einige Tage dauern. Sie war anscheinend aufgrund von Bauarbeiten am Rohrsystem notwendig geworden.

Beschwerden über Chlorgeruch und -Geschmack in den nördlichen und nordwestlichen Stadtteilen gibt es jedoch bereits seit Juni. Sie dauern bis heute an. Dabei kommt es zum Teil auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die von Hautreizungen bis hin zu Atemnot reichen. Nach Meinung von Fachleuten sind ernsthafte Gesundheitsgefahren zwar nicht zu erwarten, aber empfindliche Menschen könnten auch schon auf den zugelassenen Chlorgehalt im Leitungswasser reagieren.

Laut Zeitungsberichten wird bei den Oberhessischen Versorgungsbetrieben routinemäßig einmal pro Woche das Leitungswasser für eine Stunde mit Chlordioxid desinfiziert, um die Dosieranlagen für einen etwaigen Ernstfall in Betrieb zu halten. Eine Chlorung darüber hinaus findet nur bei Bedarf statt, z.B. bei Bauarbeiten am Rohrsystem wie im Oktober.

Chlordioxid kann dabei anders als normales Chlor, das im Süden Frankfurts eingesetzt wird, zu besonderen Geruchsbelästigungen führen. Daher empfinden viele Bürger die Situation als sehr unangenehm. Derweil bietet das Gesundheitsamt jedem Frankfurter, der zu viel Chlor in seinem Trinkwasser vermutet, eine Prüfung an.

In diesem Zusammenhang ist interessant, dass es eine Wasserdurchlauftechnik gibt (sogenannte Aqua Lyros® Wasserdurchfluss- Systeme ), die verspricht, das Trinkwasser von Chlorgeruch, -Geschmack und -Reizung zu befreien, ohne der keimtötenden Wirkung von Chlor im Wege zu stehen. Dabei sollen die Bakterien durch ausreichenden Wasserdruck rein physikalisch neutralisiert werden, sodass nach Durchlauf des Wassers durch die Anlage das Chlor nicht mehr nachweisbar ist.

Dies vorausgeschickt bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:

1. Seit wann werden regelmäßige Chlorungen mit Chlordioxid von den Oberhessischen Versorgungsbetrieben durchgeführt und bis wann sollen diese fortgesetzt werden?

2. Wie oft werden zusätzliche Chlorungen aufgrund spezieller Ereignisse im Durchschnitt nötig?

3. Wie viele Bürger haben das Angebot des Gesundheitsamtes wahrgenommen, den Chlorgehalt im Trinkwasser zu überprüfen? In wie vielen Fällen wurden erhöhte Werte gemessen? In wie vielen Fällen klagten die Bürger über gesundheitliche Beschwerden?

4. Welche Maßnahmen hält der Magistrat für geeignet, um die Belästigungen der Bürger durch die Chlorungen zu verringern oder zu vermeiden? Wann sollen welche dieser Maßnahmen durchgeführt werden?

5. Ist in den nördlichen und nordwestlichen Stadtteilen eine Chlorung mit normalem Chlor anstelle von Chlordioxid möglich? Falls ja, sieht der Magistrat dies in Anbetracht der Beschwerden als sinnvoll an? Falls nein, warum nicht?

6. Sind dem Magistrat die Aqua Lyros® Wasserdurchfluss- Systeme bekannt? Falls ja:
a. Was hält der Magistrat von dieser Technik allgemein?
b. Sieht der Magistrat den Einsatz der Aqua-Lyros ®
Systeme in Frankfurt als sinnvoll an? Falls nein, warum nicht?
c. Wie hoch sind die Kosten für die A
qua-Lyros ® Systeme, wenn sie in Frankfurt zum Einsatz kommen sollen?

Anfragestellerin:
Stv. Annette Rinn, Fraktionsvorsitzende FDP

Unter Mithilfe von Isabel Bannier-Groß erschien im Juni 2017 das neue Buch „Über den Tod hinaus“ von Dr. Marianne E. Meyer

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